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Social Media ist toll. Wirklich.
Man kann morgens einen Gedanken aufschreiben und wenige Minuten später lesen Menschen aus ganz anderen Ländern mit. Man kann sich austauschen, neue Menschen kennenlernen, Dinge zeigen, an denen man arbeitet. Für ein kleines Business ist das eine ziemlich gute Sache.
Und trotzdem habe ich mich irgendwann gefragt, was davon eigentlich mir gehört.
Der Gedanke kam nicht, weil ich Social Media plötzlich schlecht fand, eher im Gegenteil. Ich nutze es selbst gern und finde es spannend, wie einfach es heute geworden ist, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die man sonst wahrscheinlich nie erreicht hätte. Aber wenn man genauer hinschaut, ist da ein kleiner Unterschied zwischen Reichweite und Verbindung.
Ich kann tausend Menschen erreichen und trotzdem keine Möglichkeit haben, sie morgen wieder zu erreichen.
Ich kann über Jahre Inhalte veröffentlichen und trotzdem nicht bestimmen, wer davon etwas sieht.
Ich kann eine Community aufbauen und gleichzeitig auf einer Plattform sitzen, deren Regeln ich nicht mache.
Das ist für mich keine theoretische Überlegung. Ich habe selbst schon erlebt, dass ein Social-Media-Konto gesperrt wurde. Plötzlich war der Zugang weg und mit ihm ein Teil von dem, was man sich dort aufgebaut hatte.
Da hilft dann auch nicht der Gedanke, dass man jahrelang regelmäßig gepostet, Menschen erreicht und eine Community aufgebaut hat. Wenn man nicht mehr auf das Konto zugreifen kann, ist das alles erst einmal ziemlich weit weg.
Ich musste von vorne anfangen!
Das verändert den Blick auf Social Media. Nicht unbedingt auf die Plattform selbst, aber auf das, was man dort aufbaut.
Wir gewöhnen uns daran, dass Menschen unsere Beiträge sehen, dass sie reagieren, dass neue Menschen dazukommen, dass der nächste Beitrag wieder ausgespielt wird. Irgendwann fühlt sich diese Sichtbarkeit fast wie Eigentum an, bis sich etwas verändert.
Der Algorithmus verändert sich, die Reichweite geht zurück, ein Account wird eingeschränkt, eine Plattform verliert an Bedeutung oder wir selbst haben irgendwann keine Lust mehr, jeden Tag dort aufzutauchen.
Dann wird plötzlich sichtbar, wie viel von unserem Business tatsächlich an diesem Ort stattgefunden hat.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich die Frage nach dem Newsletter inzwischen interessanter finde als die Frage nach noch mehr Reichweite. Nicht, weil jeder unbedingt einen Newsletter braucht, vielmehr weil ein Newsletter etwas anderes ist.
Wenn sich jemand dafür anmeldet, gibt diese Person mir einen direkten Weg zu ihr. Nicht jedes Mal über einen Feed. Nicht darüber, ob eine Plattform gerade entscheidet, ob mein Beitrag interessant genug ist.
Natürlich kann auch eine E-Mail ungeöffnet bleiben. Menschen können sich abmelden. Eine Liste kann wachsen oder schrumpfen. Aber die Beziehung findet nicht mehr ausschließlich in einem fremden Schaufenster statt!
Genau da wird es für mich interessant.
Wir sprechen sehr viel darüber, wie wir sichtbarer werden können, mehr Reichweite, Follower, Interaktion und Content.
Viel seltener fragen wir uns, was wir mit den Menschen machen, die uns bereits gefunden haben.
Wo können sie bleiben?
Wie können sie wiederkommen?
Wie können sie uns erreichen, ohne darauf angewiesen zu sein, dass sie zufällig den nächsten Beitrag sehen?
Manchmal wundert man sich dann, warum sich so wenige Menschen für den eigenen Newsletter anmelden. Vielleicht liegt es nicht einmal daran, dass niemand einen Newsletter möchte. Vielleicht haben wir ihn einfach irgendwo versteckt, zwischen fünf Menüpunkten, drei Angeboten und einem Instagram-Icon.
Wir investieren viel Energie darin, Menschen auf unsere Website zu bekommen, aber der Gedanke, ihnen dort einen einfachen Platz zum Bleiben anzubieten, kommt erstaunlich oft erst später.
Dabei muss daraus kein riesiges E-Mail-Marketing-System werden. Vielleicht reicht eine gute Notiz, die regelmäßig im Postfach landet. Ein Gedanke, den man nicht zwischen anderen Beiträgen suchen muss. Ein Ort, an dem man Menschen erreicht, weil sie sich bewusst dafür entschieden haben.
Das verändert auch den Blick auf Social Media. Ich möchte dort gar nicht weg. Warum auch? Social Media kann ein wunderbarer Ort für Sichtbarkeit sein. Für Begegnungen, Austausch und für neue Ideen. Aber vielleicht muss es nicht der Ort sein, an dem mein gesamtes Business stattfindet.
Das ist ein Unterschied!
Denn ein Business, das nur funktioniert, solange eine Plattform mich sichtbar macht, ist zwar sichtbar, aber nicht besonders unabhängig.
Vielleicht gehört zum Aufbau eines eigenen Business deshalb auch die viel unspektakulärere Frage:
Was davon gehört eigentlich mir?
Meine Website.
Meine Produkte.
Meine Inhalte.
Meine Kundinnen und Kunden.
Meine E-Mail-Liste.
Vielleicht auch die Entscheidung, nicht alles an einem einzigen Ort stattfinden zu lassen. Nicht, weil morgen alles zusammenbrechen muss, sondern weil ein eigenes Business sich irgendwann auch wirklich eigen anfühlen darf.
Social Media darf ein Teil davon sein, aber vielleicht muss nicht mein ganzes Business dort wohnen.
Auf mehr Einfachheit,
Michaela
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